Design Thinking

Design Thinking

Die Workshops mit den Bürger*innen haben wesentliche, erste Erkenntnisse für die Setzung von Prioritäten bei der weiteren Entwicklung der jeweiligen Standorte erbracht, insbesondere in der dargestellten Kombination aus Datenanalyse und Stärken-Schwächen-Bewertung der Bibliotheksteams vor Ort.

Für die zukunftsgerichtete Ausgestaltung ist dies jedoch nicht ausreichend, da der Aspekt der Beteiligung der Bürger*innen an den konkreten Planungsideen fehlt. Hier hat sich die bereits bei der Neuentwicklung der Stadtteilbibliothek Hubland angewandte Methode des Design Thinking bewährt.

Design Thinking ist ein innovativer Ansatz zur Schaffung von kreativen Ideen, bei dem die Bedürfnisse von Menschen im Mittelpunkt stehen. Das Verfahren orientiert sich an der Arbeit von Designern, die als eine Kombination aus Verstehen, Beobachtung, Standpunktdefinition, Ideenfindung, Prototypentwicklung und Testen verstanden wird. Zugleich steht das Wort Thinking dafür, dass wie bei einem Forschungsprojekt faktenbezogen die Machbarkeit und Wirtschaftlichkeit der Innovationen systematisch untersucht werden. Design Thinking vereint also drei grundlegende Kernaspekte: Nutzen, Umsetzbarkeit und Akzeptanz. Es werden dementsprechend der Nutzen für den Menschen, die technologische Umsetzbarkeit und die Akzeptanz in Einklang gebracht, um eine bürger*innenorientierte Neugestaltung entstehen zu lassen.

Die grundlegenden Schritte des Design Thinking lassen sich folgendermaßen beschreiben:

Verstehen (das Team arbeitsfähig machen)
➔ Verständnis für Probleme oder Wünsche der Zielgruppe entwickeln
➔ Aufgabenstellung definieren

Beobachten
➔ Bedürfnisse durch Beobachtungen und Befragungen identifizieren (z.B. Interviews)
➔ Gutes Zuhören, Wünsche der Kund*innen im Fokus

Standpunkt definieren
➔ Ergebnisse zusammenfassen
➔ Nutzer*innengruppe definieren, Problem aus ihrer Sicht beschreiben

Ideen finden
➔ Brainstorming, große Anzahl an Ideen entwickeln
➔ Resultate strukturieren und bewerten (Effizienz, Umsetzbarkeit, Akzeptanz)

Prototypen erstellen
➔ Ideen konkretisieren, ohne Anspruch auf Perfektion
➔ Prototypen mit dem Fokus auf die Bedürfnisse der Kund*innen entwickeln

Testen
➔ Feedback einholen, Annahmen testen, Experimente durchführen
➔ Ideen verwerfen, anpassen, weiterentwickeln