Unser Weg

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DRITTER ORT – WAS IST DAS?

Es gibt das Zuhause als „Ersten Ort“ und es gibt die Schule bzw. Arbeit als „Zweiten Ort“. Und es gibt Orte, die weder das eine, noch das andere sind. „Dritte Orte“ sind öffentliche Räume, in denen man Zeit verbringen kann; es sind Orte zum Wohlfühlen, Austauschen und Lernen. Sie ermöglichen Menschen ein Zusammenkommen und ein neues Miteinander, unabhängig von ihrem Hintergrund. Der niederländische Architekt und Creative Guide Aat Vos zeigt mit seinen Konzepten und Projekten, welche Bedeutung solche Dritten Orte für den sozialen Zusammenhalt unserer Gesellschaft haben können:
„Wenn wir den Menschen die Orte zurückgeben, entsteht ein neues Miteinander“.
(Aat Vos)

HUBLAND – UNSER ERSTER DRITTER ORT

Dritte Orte sind beispielsweise Bibliotheken. Sie verändern sich seit Jahren von der reinen Medienausleihe hin zu Orten der Begegnung, des Austauschs und des Teilens. Am Hubland ist es uns gelungen, die neue Stadtteilbücherei als Dritten Ort zu etablieren. Hier stehen die Bedürfnisse der Menschen im Mittelpunkt. In ihrem „öffentlichen Wohnzimmer“ treffen sich die Menschen – sie kommunizieren, engagieren und vernetzen sich. Es ist ein Ort, an dem sie ganz sie selbst sein können. Mit dem innovativen Konzept der Stadtteilbücherei
Hubland haben wir einen wichtigen Meilenstein gesetzt, der uns die Tür für unseren Bibliotheksentwicklungsplan geöffnet hat. Die Kulturstiftung des Bundes fördert uns im Rahmen von „hochdrei – Stadtbibliotheken verändern“, um gemeinsam mit den Bürger:innen für alle Stadtteilbüchereien sowie das Falkenhaus individuelle Konzepte für Dritte Orte erarbeiten zu können.

NEU DENKEN – VISIONEN ZIELE BEDÜRFNISSE

Im Rahmen von internen Workshops haben wir die Angebote und Services sowie die räumlichen Bedingungen unserer Stadtbücherei unter die Lupe genommen, statistisches Zahlenmaterial erhoben, gesellschaftliche sowie bibliotheksrelevante Entwicklungen und fachliche Standards diskutiert. Darauf aufbauend haben wir unsere Visionen 2030 sowie zehn strategische Leitziele entwickelt. In den sich anschließenden Bürger:innenworkshops wurden Stärken, Schwächen, Chancen und Entwicklungspotentiale unserer Stadtteilbüchereien und des Falkenhauses analysiert. Im Juni 2021 konnten wir die erste Stufe des Bibliotheksentwicklungsplanes vorstellen, die einen Blick auf alle bisherigen Ergebnisse sowie die ersten geplanten Maßnahmen ermöglicht.

ZUSAMMEN DENKEN – IN HEIDINGSFELD

Im alten Rathaus in Heidingsfeld, in dem die Stadtteilbücherei untergebracht ist, werden aller Voraussicht nach zeitnah Räume frei; wir sind der festen Überzeugung, dass es keinen besseren Standort für einen Dritten Ort in Heidingsfeld gibt. Hier wollen wir einen neuen Ansatz wagen: eine enge inhaltliche, personelle und räumliche Kooperation mit dem Sozialreferat der Stadt. Im Hinblick auf unsere Funktion als Dritten Ort, als Ort der sozialen Gerechtigkeit sind viele unserer Aufgaben und Handlungsfelder deckungsgleich. Wir denken Bibliothek neu – in Form eines Pilotprojektes für und mit den Bürger:innen in Heidingsfeld. Mit der Methode Design Thinking, die die Menschen und ihre Bedürfnisse in das Zentrum des Veränderungsprozesses stellt, haben wir mit den Kolleg:innen des Sozialreferates Fragestellungen erarbeitet, Interviews durchgeführt und Prototypen gestaltet. Wir konnten erste Erfahrungen in der interdisziplinären Zusammenarbeit sammeln und haben gelernt, was es heißt, umzudenken und die Perspektive zu wechseln.

AUS DER IDEE WIRD – 360° FINAL

Im finalen Bibliotheksentwicklungsplan beschreiben wir die fachlichen und wissenschaftlichen Grundlagen – von der Datenanalyse über die gesellschaftlichen Herausforderungen und Megatrends bis hin zur weltweiten Entwicklung von Bibliotheken. Sämtliche Ergebnisse aus internen Workshops und allen Formaten der Bürger:innenbeteiligung werden ausgewertet und Handlungsempfehlungen daraus abgeleitet. Ideen und Erfahrungen aus dem Ideenraum sowie das geplante Konzept für Heidingsfeld gilt es, eigens aufzubereiten. Für die weiteren Stadtteilbüchereien wollen wir mögliche Profile und Entwicklungspfade aufzeigen und einen ersten Vorschlag für die Priorisierung erarbeiten. Die Neugestaltung des Lesecafés im Falkenhaus als Dritten Ort soll mittels einer Machbarkeitsstudie vorbereitet werden.

IDEENRAUM – EIN BIBLIOTHEKSLABOR DER ZUKUNFT

Hier wollen wir neue Ideen ausprobieren. Wir laden die Menschen ein, die Prototypen, die wir mit der Methode des Design Thinking exemplarisch entwickelt haben, mit uns zu testen und auszuprobieren. Wir wollen die Menschen begeistern und ermutigen, mitzumachen, sich aktiv einzubringen, uns zu begleiten und immer wieder zu erzählen, was sie sich für ihren Dritten Ort wünschen. Mit Lesungen, Konzerten, Kleinkunst, Medien- und Kreativworkshops, Makerspace, Silent Reading, Ausstellungen, Kooperationen und Treffs für verschiedenste Zielgruppen soll unsere Bibliothek als Dritter Ort für ALLE (zunächst im Rahmen des Ideenraums) unmittelbar erfahrbar werden.

WIRKLICHKEIT – 360° AUF DEM WEG ZUM ZIEL

Der Bibliotheksentwicklungsplan soll im Herbst 2022 im Stadtrat vorgestellt und erste konkrete Schritte der Umsetzung beschlossen werden. Ein Zeitplan für den Umbau und die Neugestaltung des Standortes in Heidingsfeld liegt zu diesem Zeitpunkt idealerweise vor, damit Haushaltsmittel für die Planungsschritte für 2023 eingestellt werden können. Der Stadtrat beschließt auf der Grundlage des Bibliotheksentwicklungsplanes die zeitliche Priorisierung für die Realisierung aller Standorte.